losing my senses
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Mein Buch

Teil 10

Als ich wieder erwachte, lag ich auf dem Boden. Jemand hatte mir eine Decke unter den Kopf gelegt und einen feuchten Lappen auf die Stirn. Ich schlug die Augen auf und konnte mich nicht an das erinnern, was geschehen war. Das Licht war grell und liess mich blinzeln. Langsam begann ich wieder klar zu sehen, in meinem Kopf lichtete sich der Nebel etwas, doch ich konnte immer noch nicht klar denken. Ich h?rte jemanden „Herr Gaubel, er ist aufgewacht!“ rufen. Mein Kopf f?hlte sich an, als h?tte ein Pferd nach mir ausgeschlagen und mich mit seinem rechten Huf voll am Kopf erwischt. Da kam ein Mann zu mir und beugte sich ?ber mich. Ich erkannte, dass er d?nn war, dass er etwas sagte und dann, als h?tte ich einen elektrischen Stoss bekommen, zuckte ich zusammen und erkannte Gaubel und erinnerte mich an die schreckliche Szene, die sich mir geboten hatte, nachdem Gaubel die T?r ge?ffnet hatte. Ich w?nschte mir es w?re alles nur ein b?ser Traum, doch Gaubels leichte Schl?ge auf meine Wangen best?tigten mir die Wirklichkeit.
„Herr Frank! Wachen sie auf, verdammt noch mal!“, sagte er mir laut ins Gesicht und f?gte dann halblaut zu seinem Assistenten gewandt hinzu: „Erst kotzt er hier alles voll, dann f?llt er hin, wie ein Sack voll Sand und jetzt will er nicht mal mehr aufwachen, dieses Weichei! Holt mir mal ein Glas Wasser!“
„Ich bin ja wach.“, sagte ich schwach und genervt. Ich wollte nicht mit Gaubel sprechen, ich wollte mit niemandem sprechen, ich wollte alleine sein und sp?rte, dass ich nicht denken wollte. Ich wollte vergessen.
Ich schaute in Gaubels Gesicht und sp?rte Wut in mir auflodern als ich sah, wie er mich geringsch?tzig und ?berheblich angrinste und gelangweilt sagte: „Na endlich! Wir dachten schon du w?rst tot“
Er liess ein Lachen h?ren als ob er ein Witz gemacht h?tte, doch seine Aussage traf mich in meinem Innersten. Anja. Sie lag im Zimmer, hinter der T?r. Tot. H?tte ich die Kraft gehabt ich w?re ihm an die Kehle gesprungen, so wie er neben mir kniete und lachte. Wir dachten schon du w?rst tot. Sch?n w?r’s, dachte ich.
Sein Assistent brachte ein Glas Wasser, ich nahm es und trank gierig ein paar Schlucke. Meine Kehle f?hlte sich ausgetrocknet an und das Schlucken schmerzte. Ich f?hlte mich elend.
„Du hast dir ganz sch?n den Sch?del angeschlagen“, meinte Gaubel beil?ufig und stand auf, „bei deinem Ohnmachtsanfall.“
Wieder huschte dieses L?cheln ?ber sein Gesicht. Ich fragte mich, warum er mich pl?tzlich duzte.
„Jedenfalls hast du wohl Recht. Deine Reaktion hat mich von deiner Unschuld ?berzeugt. Keiner der so reagiert k?nnte so eine Tat begannen haben. Es ist schrecklich und es tut mir leid, dich so ?berrascht zu haben damit, aber ich weiss jetzt was ich wissen wollte. ?brigens haben wir bei diesem Heiko angerufen. Er meint sich noch schwach an die Situation vor der T?r erinnern zu k?nnen und er hat auch best?tigt, dass du danach in den Wald gegangen bist. Du bist somit vorerst aus dem Schneider. Ich bitte dich, uns weiterhin zur Verf?gung zu stehen. Guten Tag.“
Er sagte es, drehte sich, ohne ein weiteres Wort abzuwarten, um und verschwand hinter der T?r, welche das Zimmer der toten Anja verschloss.
Ich starrte ihm nach. Diese verdammte, arrogante Arschgeburt von einem Drecksbullen, dachte ich und versuchte vorsichtig, mich aufzurichten. Der dicke Polizist, der mich in die H?tte bugsiert hatte, kam und brachte mir ein Aspirin, oder sonst irgendwas, auf jeden Fall liessen die Kopfschmerzen nach. Gaubels Assistent verzog sich ebenfalls hinter diese schreckliche T?r und der Polizist begleitete mich nach draussen.

Kaum waren wir durch die T?r nach draussen getreten, da wurden von dr?ben wieder Rufe laut. Ich blickte mich um. Andrea war nicht mehr da. Aber es standen immer noch einige ihrer Kolleginnen herum, die nun mit Reporter redeten, die offenbar soeben eingetroffen waren, und nun wild auf mich deuteten, w?hrend sie mich w?st beschimpften. Ich h?rte nicht hin. Ich sah nur das Bild vor mir, wie Anja auf dem Bett lag, mit dem Messer in der Brust und ich sp?rte wie mir Tr?nen ?bers Gesicht liefen.
Schweigend stieg ich ins Polizeiauto, dessen T?re mir der Dicke aufhielt. Ich wusste nicht wieso, er hatte mir wohl angeboten, mich nach Hause zu fahren. Wir fuhren los und ich schaute aus dem Fenster. Sah zu wie die B?ume an meinem Fenster vorbei zogen, sah die Felder ?ber die wir fuhren und sah die V?gel, die gegen den Himmel aufflogen. Ich f?hlte mich leer und hilflos. Was sollte ich jetzt bloss tun? Mein Leben weiterleben, als w?re nichts geschehen? Anja... mein Lichtblick. Ich war nah dran gewesen. Doch sie war tot und ich w?rde sie nie wieder sehen, nie wieder mit ihr sprechen und nie wieder ihre N?he sp?ren.
Als ich zu Hause ankam, war niemand da. Meine Eltern waren in den Ferien f?r ganze f?nf Wochen und mein Bruder war schon lange nicht mehr hier gewesen, er machte ein Austauschjahr in Kanada.
Ich wollte nicht mehr denken. Ich wollte nur noch vergessen. Und schlafen. Ich f?hlte mich m?de und ausgelaugt und wusste trotzdem, dass ich noch Stundelang wach liegen w?rde. Ich ging ins Badezimmer und fand im Arzneischrank Schlaftabletten. Nachdem ich eine davon genommen hatte ging ich in mein Zimmer und warf mich aufs Bett. Ersch?pft schlief ich sofort ein.
26.9.05 22:18


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Teil 9

Ich weiss das so ein gespr?ch in realit?t auf keinen fall so ablaufen w?rde, aber der bequemlichkeit und einfachheithalber, ausserdem aufgrund des unwissens, wie so ein dialog wirklich aussehen w?rde, habe ich beschlossen es so unrealistisch und unsinnig zu schreiben wie ich es geschrieben habe...
aber mal im ernst... wer will schon realit?t?


Verdammte Scheisse, dachte ich, was ist hier bloss los? Doch noch bevor ich irgendetwas weiteres sagen konnte, ?ffnete sich bereits wieder der Mund des D?rren, um seine Stimmb?nder die n?chsten Worte formen zu lassen: „Ich muss ihnen mitteilen, dass sie unter Mordverdacht stehen. Ich w?rde mir an ihrer Stelle genau ?berlegen, was sie von jetzt an sagen, denn es kann und wird gegen sie vor Gericht verwendet werden.“
Meine Augen weiteten sich. Meine Fresse. In meinem Kopf begannen sich die Gedanken zu ?berschlagen, hunderte von Fragen pr?gelten sich in mein Bewusstsein und von irgendwoher h?rte ich den Inspektor, wie er mir die n?chste Frage stellte.
„Was?“, sagte ich v?llig perplex.
„Ich habe sie gefragt, was sie heute Morgen zwischen 00:00 Uhr und 04:00 Uhr gemacht haben?“, schnauzte mich Gaubel offenbar genervt an.
Ich versuchte mich zu erinnern. Ich hatte seit elf Uhr die Uhr ausser Acht gelassen.
„I-ich bin mir nicht ganz sicher. Um elf sass ich hier an diesem Bank. Ich habe mit einer Schulkollegin geredet...“
„Name?“, unterbrach mich Gaubel knapp.
„Anja Pret“, sagte ich und schaute ihm dabei ins Gesicht, wobei ich bemerkte wie sich seine Augenbrauen beinahe unmerklich hoben.
„Wor?ber haben sie mit ihr geredet?“, fragte er.
„Ich weiss nicht mehr so genau.“, sagte ich, „D?rfte ich vielleicht einmal erfahren wer zur H?lle ?berhaupt ermordet wurde?“
„Sp?ter, Herr Frank, sp?ter. Erstmal stellen wir hier die Fragen.“, sagte er in einem gef?hrlich ruhigem Ton. Seine Augen hatten jetzt einen gespannten Ausdruck angenommen. Er forderte mich auf, weiter zu erz?hlen.
„Sie wollte uns noch einen Becher Bier holen, da verlor ich sie aus den Augen. Sp?ter dann...“, ich unterbrach und musste wieder an das Bild denken, wie sie mit Tobi im Zimmer verschwand.
„Ja? Was war sp?ter?“, fragte mich Gaubel, so laut, dass sich einige der vielbesch?ftigten Herren hinter ihm erschrocken umdrehte.
„Ich sah sie wie sie mit einem Anderen in einem Hinterzimmer verschwand...“, sagte ich betr?bt.
„Mit Tobias Giesing, das wissen wir. Was taten sie danach?“
„Ich holte mir Bier und verzog mich in den Wald, auf eine Lichtung nicht weit von hier.“
„Alleine?“
„Alleine.“, best?tigte ich.
„Kann das jemand bezeugen?“, seine Augenbrauen waren eng zusammengezogen.
Ich ?berlegte. Ich glaubte nicht das mich jemand auf dem Weg von der H?tte zum Wald gesehen hatte, doch konnte dies nicht sicher sagen, da ich schliesslich schon ordentlich bet?ubt war und mich nach allem auch nicht genau darauf geachtet hatte. Doch in genau diesem Augenblick, sah ich die Szene wieder vor mir, ich kam aus dem Haus und stolperte fast ?ber den Heiko, der da lang ausgestreckt vor der T?r lag. Er hob seine Hand und rief meinen Name, so wie ein Schwerverwunderter im Krieg, der ohne Beine und mit einem abgesprengten Arm da lag und um Hilfe schrie.
„Bitte!“, sagte er und seine Zunge kam nicht ganz mit dem Tempo mit, das er eigentlich zum Sprechen an den Tag legen wollte, „Bitte, Taumel! Kannste mir eine Zigarette leihen?“
Ich warf ihm eine hin und ging. Klar, er war betrunken gewesen an diesem Abend, trotzdem gab ich dem d?rren Oberbullen nun die Telefonnummer Heikos und sagte ihm, er solle ihn fragen, ob er noch etwas von unserer Begegnung wisse.
„Ich lass das ?berpr?fen“, meinte er murmelnd, „und gab die Nummer an einen seiner Kollegen weiter, der sofort zu seinem Handy griff.
„In welchem Verh?ltnis standen sie eigentlich zu Anja Pret?“, fragte er und nahm damit die, mir endlos vorkommende Befragung wieder auf.
„Ich... na ja... wir waren nichts weiter als gute Freunde.“, antwortete ich wahrheitsgem?ss, doch ich merkte, dass ich es nicht fertig brachte, eine leichte R?tung meines Gesichtes zu unterdr?cken.
„Soso.“, meinte Gaubel, „Haben sie Anja geliebt?“
Ich z?gerte.
„Ich habe sie gefragt, ob sie Anja geliebt haben!“
„Ich habe sie verstanden.“, gab ich ruhig, aber mit doch einer Spur Gereiztheit in der Stimme zur?ck, „Ich habe sie geliebt.“
Gaubel legte seine Stirn in ein Gewirr von tiefen Falten und sah aus als w?rde er nachdenken. Dann stand er auf und sagte: „Kommen sie mit, ich m?chte ihnen jetzt mal etwas zeigen.“
Wortlos schritt er voran in Richtung Bar, die immer noch genauso unordentlich Aussah wie in der Nacht, als die Party noch im vollem Gange war, f?hrte mich rechts an ihr vorbei zu der T?r, die zu dem Zimmer f?hrte, das Anja in der Nacht mit Tobi benutzt hatte. Er schaute sich zu mir um und f?r einen kurzen Moment glaubte ich ein sadistisches L?cheln ausmachen zu k?nnen, das seine Lippen umspielte. Dann ?ffnete er mit einem Ruck die T?r, die Aufschwang und die Sicht auf das freigab, was ich mir in meinen schlimmsten Alptr?umen nicht h?tte vorstellen k?nnen.
Das Erste, was ich sah, war Blut. Braunes, getrocknetes Blut, am Boden. Ich schaute auf und mein Herz blieb stehen. Mein ganzer Kreislauf setzte f?r eine Sekunde lang aus. Anja lag nackt auf dem Bett, das voller Blut war, die W?nde waren mit Blut bespritzt, Blut, ?berall Blut. Das Fenster war ge?ffnet und ein kalter Luftzug schlug mir entgegen in dem Moment als ich die vielen Einstichwunden und das grosse K?chenmesser in ihrer Brust entdeckte. Das Messer war bis zum Griff in ihren zierlichen K?rper gerammt worden. Durch das Blut sah ich einen kleinen, dunklen, unbedeutend aussehenden Fleck schimmern, ein Fleck, der seinen Ursprung in meiner Unachtsamkeit hatte.
Mir wurde ?bel, der Magen drehte sich mir um und ich drehte mich ab und musste kotzen, danach brach ich zusammen, mein Kopf schlug hart am Boden auf und ich verlor die Besinnung.
19.9.05 22:16


Teil 8

Ich schlug die Augen auf und erschrak, da ich feststellen musste, dass ich mitten im Wald lag und mir s?mtliche Glieder weh taten. M?hsam richtete ich mich auf und stiess dabei die Bierdose um, die neben mir gestanden hatte und noch halb voll gewesen war. Der Gerstensaft lief sch?umend ?ber das gr?ne Moos.
Ich kratzte mich am Kopf. Wieso schlief ich Irrer denn im Wald, fragte ich mich. Und w?hrend ich mir diese Frage stellte, fiel mir auch sofort wieder die Antwort ein und alles, was am Vorabend passiert war. Verdammt, Anja, warum hast du das gemacht?
Ich blieb eine Weile einfach so stehen und lauschte in den morgendlichen Wald hinaus. Es musste schon beinahe Mittag sein, die Sonne stand bereits relativ hoch am Himmel und mochte auch schon wieder ziemlich w?rmen, doch ich interessierte mich nicht f?r die genaue Urzeit. Ich dachte nur an Anja und an die immer wiederkehrende Frage nach dem Grund f?r ihr Handeln.
Pl?tzlich fuhr ich zusammen. Irgendetwas st?rte die Ger?uschekulisse, die, an einem so sch?nen Morgen, eigentlich friedlich und ruhig h?tte sein sollen. Ich lauschte angestrengt und h?rte aufgeregte Stimmen, ein Auto, das den Weg zur Waldh?tte hinauf fuhr und immer wieder wehleidige, undefinierbare Ger?usche, die stark an lautes Schluchzen erinnerten. Ich sch?ttelte etwas ratlos den Kopf, sammelte die Bierdosen ein, die ich am Vorabend mit auf die Lichtung genommen hatte und machte mich auf den R?ckweg zur Waldh?tte.

Als ich auf dem kleinen Trampelpfad durch den Wald schritt, wurden die Stimmen immer lauter und es war nun ganz klar zu h?ren, dass da tats?chlich jemand schluchzte. Was war da los? Ich wollte auf die Uhr schauen, doch der Akku meines Handys hatte den Geist aufgegeben und statt die Zeit anzuzeigen, begn?gte sich das Display damit, im simplen Grau vor sich hin zu starren.
Ich schritt aus dem Wald und erschrak. Vor der Waldh?tte standen sage und schreibe drei Polizeiautos und noch etwa genauso viele private Personenwagen. Die Waldh?tte war ringsum mit einem gelben Band abgesperrt, auf dem vermerkt war, das es sich bei dem Band um Eigentum der Polizei handelte. Etwas abseits auf ein paar aufgeschichteten Baumst?mmen sassen Andrea und einige ihrer Kolleginnen. Anja konnte ich nirgends sehen. Was immer auch passiert war, sie hatte sich wohl schon l?ngst verd?nnisiert, dachte ich aufgebracht, ohne ?berhaupt wirklich zu ?berlegen, was es mit dem Aufgebot von Polizei auf sich haben k?nnte, da es schliesslich der Morgen nach einer Partynacht war und mein Hirn somit noch nicht so bereit war, komplexe Gedanken zu fassen. Erst als mir auffiel, dass alle besorgt um Andrea herum standen, einige mit Tr?nen in den Augen und alle betreten schweigend, und als ich merkte das es Andrea war, die diese unnat?rlichen Laute, die nun doch eindeutig als Schluchzen erkennbar waren, von sich gab, wurde ich misstrauisch.

Bevor ich mich sammeln und mir ?berhaupt erst einmal Gedanken ?ber die Situation machen konnte, kam ein dicker, etwas zu kurz geratener Polizist auf mich zu gewatschelt, zupfte seine Uniform zurecht und fragte mich dann mit der leicht zitternder Stimme eines Mannes, der sich nur m?hsam zusammenzureissen versucht: „Halt! Hier gibt es nichts zu sehen! Mach das du wieder nach Hause kommst Junge!“
Und noch ehe ich einwenden konnte, dass ich hier gestern auf einem Fest gewesen w?re und dass sich noch einige pers?nliche Gegenst?nde in der Waldh?tte bef?nden, sprang eine der Kolleginnen, die um Andrea herum hockten und sie zu tr?sten versuchten, auf und schrie aus Leibeskr?ften, die man ihrem zierlichen K?rper gar nicht zugetraut h?tte: „Das ist er! Das ist Peter Frank! Er war es! Er! Er muss es gewesen sein!“
Dabei fuchtelte sie mit ihrem Zeigefinger herum und trotz ihrer nerv?sen Bewegungen war unmissverst?ndlich klar, dass sie mich meinte.
Verwirrt blickte ich mich um und wollte gerade etwas zur?ckbr?llen als mir schon wieder jemand zuvor kam, n?mlich der Polizist, der mich sofort an den Handgelenken packte, mit einer Geschwindigkeit, die nicht nur Erstaunlich sondern Unglaublich schien, und mir nichts anderes ?brig blieb als ihn verwirrt, fragend und anklagend zu gleich anzublicken und ihm mit genau den gleichen Gef?hlen ins Gesicht zu br?llen: „Was, verdammt noch mal, ist hier los?“
Der Polizist sagte nichts, schaute mich nur mit einem geringsch?tzigen Blick an und f?hrte mich unsanft in die H?tte.

In der Waldh?tte ging es drunter und dr?ber. ?berall waren Leute, die ich nicht kannte und nie zuvor gesehen hatte. Der dicke Ordnungsh?ter schaffte mich zu einem d?rren Herrn, der in Zivilkleidung an genau dem Bank sass, an dem ich am Vorabend mit Anja geredet hatte, und mir mit ernstem Gesicht entgegen blickte. Vor ihm auf dem Tisch lag ein Block, ein Kugelschreiber und seltsamerweise auch ein Becher Kaffee, obwohl es mir bis jetzt ein R?tsel ist, wo er den her hatte.
Als ich so auf ihn zuging, gestossen von dem kleinen, runden Polizeibeamten, fiel mir auf, wie sehr dieser Lange, d?rre und sehr seri?s und korrekt aussehende Mann am Tisch das Gegenteil dessen verk?rperte, der mich gerade an den Handgelenken festhielt und mich schliesslich unsanft auf den Sitzfl?che des Festbankes stiess, wobei er mich noch mit meinem Namen bei dem D?rren vorstellte und noch hinzuf?gte, dass mich eine Zeugin eindeutig erkannt habe.
„Soso, der Herr Frank, da haben wir also unseren Ausreisser.“, sagte er und ein fieses L?cheln umspielte seine Lippen. Seine Augen waren starr auf mich gerichtet und ich hatte ein Gef?hl, als ob er mich mit seinem Blick durchbohren wollte. Mir fiel auf, wie ungew?hnlich hellblau seine Irishaut schimmerte, doch auch die H?rte in seinen Augen entging mir nicht.
„Vielleicht stelle ich mich erst mal vor.“, fuhr er nach einer kurzen Pause fort, als er meinen verwirrten Blick durch den Raum schweifen sah, „Ich bin Inspektor Gaubel, Mordkommission.“
30.8.05 20:50


...das ende des abends...

Teil 7:

Wir sassen fast eine Stunde zusammen, tranken Bier und rauchten Zigaretten. Es machte mir Freude mit ihr zu reden, sie zu beobachten, wie sie die W?rter mit ihrem Mund formte und wie diese dann auch wohlgeformt aus ihrem Mund ans Tageslicht traten. Und ich liebte ihre Augen. Gr?ne, klare, auff?llige Augen, f?r die noch so mancher einen Mord begangen h?tte. Wenn sie lachte glaubte ich, den Himmel zu sehen, mit der Sonne und den Sternen zu gleich. Wenn sie lachte war es, als ginge am Sternenhimmel die Sonne auf, die die Sterne nicht verschwinden liess, sondern sie nur noch heller und sch?ner leuchten liess.
Wir redeten ?ber nichts, was wirklich von Bedeutung gewesen w?re, doch mir reichte schon, dass ich mit ihr reden und sie anschauen konnte und wie es schien, schien sie mich genauso zu m?gen. Unsere Konversation wurde zunehmend pers?nlicher und wir kamen uns n?her und schauten uns tief und lange in die Augen und tranken Bier dazu.
Doch in jedem Becher ist der r?umliche Platz beschr?nkt, so, dass unsere Becher, die einst randvoll mit frischem, k?hlen Bier waren, schon bald leer vor uns standen.
Sie stand auf.
„Willst du auch noch eins?“, fragte sie und deutete dabei auf meinen Becher.
„Ja, sehr gerne.“, sagte ich. Ich wusste, dass ich dabei nat?rlich keine gute Falle gemacht hatte, da ich als Mann und Gentleman ja eigentlich h?tte aufstehen m?ssen und ihr Bier holen, doch wie schon so oft im Leben, war ich mal wieder zu langsam gewesen. Also schaute ich ihrem Ges?ss zu, wie es sich elegant hin und her wippend durch die Menge schl?ngelte.
Ich nahm meine Zigarettenpackung hervor und bemerkte, dass ich nur noch sechs Zigaretten hatte und als ich mir eine davon anstecken wollte, kam Tarinja, einer der Frauen, die mit mir die selbe Klasse besucht hatten und packte mich am Arm.
„Tarinja?“, sagte ich perplex und schaute sie fragend an.
„Komm mit!“, sagte sie und versuchte ihre Stimme so klingen zu lassen, dass ich m?glichst nicht widersprach, „Ich muss dir etwas zeigen.“
Und noch bevor ich etwas sagen, geschweige denn meine Zigarette entflammen konnte, hatte sie mich vom Bank aufgezogen und hakte sich bei mir unter. Ich wollte noch etwas sagen doch sie schritt los, zielstrebig quer durch den Raum, bis in dessen Mitte, wo sie stehen blieb, die Arme um meinen Hals schlang und mich k?sste. Dann wich sie von mir, drehte sich um und sagte noch irgendetwas, das ich nicht verstand und verschwand in dem Get?mmel der restlichen Sch?ler. V?llig verst?rt und erschrocken blieb ich stehen und griff mir an den Kopf. Was war bloss los? Wieso war Tarinja einfach so an meinen Tisch gekommen, hatte mich mitten in den Raum gestellt und gek?sst? Ich verstand es nicht, doch ich hatte auch nicht genug Zeit um dar?ber nachzudenken, denn in dem Moment kamen Kraut, Trans und Klau wieder zur T?r hinein und kamen auf mich zu.
„He, wo ist Anja?“, fragte mich Klau, „Und wieso kuckst du als h?ttest du einen vierschw?nzigen Ochsen gesehen?“
Scheisse, Anja! Die hatte ich wegen Tarinja ganz vergessen. Ich liess meine Kumpels wortlos stehen und machte mich auf die Suche. Doch ich fand sie nirgends und alle die ich fragte ob sie sie gesehen h?tten, wussten entweder nicht von wem ich redete, oder sie waren bereits zu betrunken und erz?hlten nur irgendwelchen Mist. Sie hatte doch nur Bier holen gehen wollen. Wo ist sie bloss hin? Auch Andrea, ihre beste Freundin, konnte mir da nicht weiterhelfen: „Ich habe sie als letztes dort am Tisch bei dir sitzen sehen. Wieso was ist passiert?“
„Nicht so wichtig.“, log ich und suchte weiter.

Nach einer Viertelstunde gab ich es auf und sagte mir, dass ich sie, wenn ich mich nicht bewegen w?rde, schon entdecken m?sste. Und so setzte ich mich an einen Bank, von wo aus ich den Raum einigermassen ?berblicken konnte. Und tats?chlich entdeckte ich sie etwa eine halbe Stunde sp?ter. Doch die Umst?nde, in denen ich sie erblickte, liessen mich w?nschen, ich h?tte es nicht gesehen. Ich sah, wie sie mit Tobi, einer aus der parallel Klasse, lachend in einem der drei Zimmer verschwand, welche die Waldh?tte bot. Tobi, na klar, kein Wunder. Er war ein grosser Kerl, mit kurzen schwarzen Haaren, breiten Schultern und einem ziemlich simplen Gem?t. So h?tte ich Anja zwar nie eingesch?tzt damals, doch offensichtlich stand sie auf solche Typen. Was konnte ich da mit dem kleinen bisschen Intellekt, mit dem ich gesegnet war, dagegen verrichten? Richtig, nichts.
Verdammt, pl?tzlich hielt ich es nicht mehr aus. Der Raum, all diese Leute, der L?rm, die Musik, Anja und Tobi im Zimmer und einfach alles. Es kotzte mich an, ich musste raus und zwar schnell. Ich dr?ngte mich so unsanft wie m?glich durch die Masse zur Bar und orderte zwei Bier in Dosen, nicht in Becher, packte diese und verliess so schnell ich konnte die Waldh?tte. Ich hatte das Gef?hl, dass sich meine Kehle zuschn?rte. Draussen sog ich tief die frische Nachtluft ein.
Anja... weshalb hatte sie das getan. In mir drin zerbrach eine Welt und die Splitter schnitten sich in meine Eingeweide. Es war doch so gut gelaufen mit ihr, wir hatten uns toll unterhalten und waren schon beinahe dabei uns zu k?ssen, das hatte ich ganz genau im Gef?hl, doch verdammte scheisse, warum, warum nur tauschte sie mich einfach so gegen Tobi ein, wie ein billiges T-Shirt, das die falsche Gr?sse hatte. Weg damit und ein neues her. Ich verstand die Welt nicht mehr.
Ich ?ffnete ein Bier, liess es zischen und entfernte mich dann von der Waldh?tte. Ich ging links in den Wald hinein und folgte einem schmalen Weg, einem Trampelpfad, der in der Dunkelheit beinahe nicht auszumachen war. Ich stolperte einige Male und versch?ttete etwas Bier, aber bald war ich da, wo ich hin wollte.
Die Waldh?tte lag etwas h?her gelegen, auf einem H?gel und in unserer Kinderzeit waren wir oft dort gewesen und hatten Verstecken gespielt und waren dabei auch auf diesen Ort gestossen. Es war eine Lichtung mitten im Wald, sch?n versteckt, und der Boden war beinahe vollst?ndig von Moos bewachsen, so, dass man meinen konnte, jemand h?tte einen riesigen, gr?nen Teppich mitten in den Wald gelegt.
Ich legte mich in die Mitte der Lichtung und sah mir die Sterne an. Je mehr ich ?ber Anja nachdachte, desto mehr schmerzte es. Es war, als w?rde mir ein gl?hender Dolch mitten durch mein Herz gestossen und drei mal umgedreht werden. Alles scheisse. Alles so sinnlos. Und alles kaputt. Na warte Tobi. Ich sah ihr Augen. Ich sah ihre gr?nen, sch?nen Augen wie zwei Sterne am Himmel.

Irgendwann, ich weiss nicht wie lange ich dagelegen hatte, h?rte ich in der ferne einen Roller wegfahren. Der einzige der mit einem Roller gekommen war, war Tobi. Dieser Hurensohn. Erst fickt er meine Anja und dann haut er ab, ganz schnell, m?glichst schnell und l?sst sie einfach so liegen. Gefunden, ausgepackt, gebraucht und weggeschmissen. So geht das also. Eine Wut stieg in mir auf. Ich dachte gar nicht mehr an Anja. Kam gar nicht auf die Idee, dass sie genauso daran Schuld war wie Tobi.
Ich warf die leer Bierdose in den Wald. Mann, bin ich besoffen, dachte ich und ?ffnete die zweite. Dann lag ich nur da und br?tete ?ber finsteren, von einerseits Selbstmitleid und andererseits von Rache triefenden Pl?nen, bis ich irgendwann einschlief und alles wieder vergass, was ich mir ausgedacht hatte.

--> angelangt auf seite 13 :P ich sch?tze, die geschichte wird so auf ca 20 seiten kommen...
10.8.05 22:05


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