losing my senses
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Mein Buch

Teil 14

Er erz?hlte, wie er nach draussen gest?rmt war, geschockt von dem Anblick, der sich ihm in dem Zimmer, das er f?r die Toilette gehalten hatte, geboten hatte. Dort hatte er es in seiner Panik allen berichtet und alle hatten ihn f?r betrunken gehalten, bis schliesslich Andrea, Anjas Freundin, nachschauen gegangen ist und wenige Augenblicke sp?ter im Laufschritt wieder aus dem Haus gerannt ist und sich ger?uschvoll ?bergeben musste. Danach ist keiner mehr zu halten gewesen. Alle wollten, so grauenhaft und schrecklich das Bild, das Anja geboten hat, auch gewesen ist, das Opfer eines echten Mordes sehen. Kraut erz?hlte es sei schrecklich gewesen und ich stellte mir all die Leute vor, wie sie sich bei der Botschaft des Mordes alle schnell zur T?r gewendet haben und ins Haus gest?rmt sind, um die schreckliche Szenerie zu betrachte, die sie definitiv vorgefunden haben, als sie das Zimmer betraten. Die Bilder von Anjas Leiche kamen in meinem Kopf wieder hoch und ich bem?hte mich wieder auf Krauts Ausf?hrungen zu konzentrieren.
Er sagte, es seien noch etwa 30 oder 40 Leute anwesend gewesen und die Polizei h?tte sie alle noch kurz befragt. Dann hat jemand die Polizei informiert und alle haben gewartet, bis schliesslich, nach etwa einer halben Stunde, das erste Auto um die Ecke bog und vor der Waldh?tte parkte.
An dieser Stelle unterbrach ich ihn, da mir ein vielleicht gar nicht so unwesentlicher Gedanke gekommen war.
„Um wie viel Uhr war das eigentlich?“
„Naja... ich weiss nicht. Es war noch fr?her Morgen. Ich glaube, als ich aufgewacht bin, war gerade mal halb 8. Die Bullen kamen vielleicht so um 8 oder halb 9.“
Nachdenklich schaute ich ihn an. Ich hatte keine Ahnung zu welcher Zeit ich damals aus dem Wald getreten bin, m?de und etwas verkatert wie ich war. Da habe ich noch nichts von dem ganzen Alptraum mitbekommen. Ich merkte schon, dass, wenn ich wirklich Anjas M?rder finden wollte, ich noch mehr Leute ?ber den Morgen befragen musste und wollte Kraut gerade sagen, dass wir es gut sein lassen k?nnten und das ich ihm dankbar sei, da er sich Zeit f?r mich genommen h?tte und alles solche Sachen, die man in einer solchen Situation halt so von sich gibt, da erhellte sich pl?tzlich sein Gesichtsausdruck, so, wie es jemand tut, wenn er von einem Geistesblitz ?berrascht wird.
„Ich hab dir noch nicht ganz alles erz?hlt.“, sagte er und seine Augen weiteten sich beim Sprechen vor Aufregung. Er liess seine Hand in die Tasche gleiten und bef?rderte damit etwas zu Tage, dass er vor mir auf den Tisch legte. Ich erkannte nicht sofort was es war, doch als ich es etwas n?her betrachtete, sah ich, dass es ein abgerissenes Teilchen einer Zigarettenpackung war. Darauf war ein gezeichneter Emu Kopf abgebildet, sonst war auf dem Fitzel nichts.
„Was soll das bedeuten?“, fragte ich ihn verwirrt.
Er zeigte ein triumphierendes L?cheln und sagte: „Das lag direkt auf der T?rschwelle zu dem Zimmer in dem ich Anja fand. Ich sah es, bevor ich die T?r ?ffnete und ich musste es einfach einpacken, ich meine ich habe noch nie eine solche Zigarettenpackung gesehen und das Logo ist ja wohl genial.“
„Und du denkst es hat etwas mit Anjas Tod zu tun?“
„Naja, ich weiss nicht. Es lag auf der Schwelle, vielleicht hat es eine Bedeutung.“
„Wieso hast du es nicht der Polizei ?bergeben?“
„Ich habe doch nicht mehr an das kleine St?ck Pappe gedacht, nachdem ich die T?r aufgemacht hatte. Ausserdem gebe ich es jetzt lieber dir, wenn du meinst, dass du damit etwas anfangen kannst. Was gedenkst du eigentlich zu tun, falls du den M?rder wirklich einmal ausmachen solltest?“
Ich z?gerte. Eines war klar, ich wollte mich irgendwie r?chen, doch genau hatte ich mir das noch nicht ?berlegt. Ich entschied mich, Kraut nicht viel von dem, was ich selbst noch nicht wusste, zu sagen und gab ihm die Antwort, die er wahrscheinlich h?ren wollte und die mir den Luxus bescherte, auf Erkl?rungen verzichten zu k?nnen.
„Ich w?rde ihn wahrscheinlich der Polizei ?bergeben.“
„Ja... das wird wohl das Beste sein.“
Ich trank den letzten Schluck Bier und erhob mich.
„Danke, dass du gekommen bist Kraut. Du hast mir sehr geholfen.“
„Keine Ursache. Aber wieso willst du denn schon gehen? Es ist doch erst gerade f?nf nach neun.“
„Ich weiss nicht.“, gab ich zur Antwort, „Ich sch?tze, ich muss nachdenken. Tschau Kraut.“
„N’Abend noch.“, meinte er und es klang entt?uscht.



--> ich muss unglaublich aufpassen, dass ich mich nicht verenn oder etwas verwechsle oder vergesse... falls jemandem etwas auffallen w?rde, dann sagts mir doch bitte... :P
24.1.06 18:50


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Teil 13

Als ich die Bar betrat, war Kraut noch nicht da. Ich durchschritt den kleinen Raum, der kaum mehr als 30 Leuten platz bot, und setzte mich an den Tisch, der in der linken, hinteren Ecke stand. Auf der rechten Seite nahm die Bartheke die ganze L?nge des Raumes ein. Der ganze Raum w?re wohl sehr hell gewesen, h?tte man eine ordentliche Beleuchtung darin installiert, doch der Besitzer der Bar hielt nicht viel davon und setzte auf die klassische, schummrige und verrauchte Baratmosph?re.
Ich setzte mich so, dass ich den Raum gut ?berblicken konnte und z?ndete mir eine Zigarette an. Ich hatte kaum drei Z?ge geraucht, da trat Kraut auch schon ein. Ich erschrak beinahe, denn P?nktlichkeit war eigentlich nicht unbedingt Krauts St?rke.
„Hallo Kraut!“, rief ich zu ihm hin?ber. Er erkannte mich und kam mit ernster Miene zu meinem Tisch hin?ber.
„Hey Taumel! Sch?n dich endlich mal wieder zu sehen. Warte, ich hol uns was.“
Er ging zur Theke und kam mit zwei Humpen zur?ck. Gespannt schaute er mich an.
„Wor?ber willst du mit mir reden?“, fragte er schliesslich, nachdem ich keine Anstalten an den Tag gelegt habe, das Gespr?ch aufzunehmen. Ich merkte, dass er sich nicht ganz wohl f?hlte und konnte es ihm nachf?hlen. Schliesslich hatte ich ihn nach einer Woche, in der ich mich zu Hause verschanzt hatte, einfach angerufen und ihn in eine Bar gebeten, weil ich mit ihm reden m?sse.
„Du warst doch da, als Anja gefunden wurde, nicht wahr?“, fragte ich direkt hinaus und schaute ihn gespannt an.
Er z?gerte und nahm einen Schluck Bier.
„Hast du eine Zigarette f?r mich?“, fragte er dann anstatt auf meine Frage zu antworten. Ich war ungeduldig, doch ich wollte wissen, was genau geschehen war, an dem Morgen, als ich noch friedlich auf der Lichtung im Wald gepennt hatte und Anja aufgefunden wurde. Ich suchte irgendwas, was mich vielleicht ihrem M?rder n?her brachte. Ich gab ihm also eine Zigarette und steckte sie ihm an. Er sog den Rauch tief in seine Lungen und begann dann, wortreich auszuatmen.
„Also“, begann er, „Ja, ich war da als sie gefunden wurde. Ich... na ja... ich habe sie sogar gefunden.“
„Waas?“ Erst jetzt merkte ich, wie unklug es gewesen war, eine Woche auf Tauchstation zu gehen. Mir war unglaublich viel entgangen. Ich hatte mir nie die M?he gemacht eine Zeitung aufzuschlagen. Auch die Nachrichten im Fernsehen hatte ich beharrlich ignoriert. Und so schaute ich ihn nun interessiert an und lauschte konzentriert was er zu sagen hatte.
„Es war reiner Zufall.“, erz?hlte er weiter, „Ich wachte auf, wo ich allem Anschein nach eingeschlafen war: Auf dem Boden. Ich lag einfach mitten im Raum. Naja, ich bin auch ziemlich betrunken gewesen am Vorabend. Auf jeden Fall musste ich dringend pissen. Es waren noch eine Reihe andere Leute wach, doch die waren alle draussen und um mich herum waren noch andere am schlafen. Wie gesagt musste ich pissen und ich machte mich auf die Suche nach einer Toilette im Haus. Und, es gab ja nicht viele T?ren, da, da hab ich einfach mal mit der Erstbesten angefangen.“
Er brach ab und nahm einen grossen Schluck Bier. Anstatt weiter zu erz?hlen, fragte er: „Hast du sie gesehen?“
Ich nickte.
„Es war schrecklich als ich sie da so liegen sah.“
Ich wartete darauf, dass er noch weiter erz?hlte, doch offensichtlich glaubte er, dass es mir gen?gen w?rde.
„Und was hast du dann getan?“, fragte ich.
„Was, wieso?“, fragte er und schien etwas verwirrt ?ber die Frage, „Ich habe nat?rlich die Bullerie benachrichtigt. Dann bin ich nach Hause.“
„Haben sie noch andere gesehen?“
„Mann Taumel, was ist los mit dir? Das h?rt sich mehr nach einem Verh?r an, als nach einem Gespr?ch zwischen Freunden.“
„Es tut mir leid. Ich will nur ganz genau wissen, was an dem Morgen geschehen ist.“
„Wieso? Es ist vorbei, sie ist tot, begreif das doch. Es ist egal, was auch immer du von mir noch erf?hrst, du wirst sie nicht ins Leben zur?ckholen k?nnen.“
„Verdammt noch mal, glaubst du ich weiss das nicht?“ Ich wurde w?tend. Was glaubte er eigentlich, dass mein Problem war? Genau das! Genau der Umstand, dass sie f?r immer weg sein w?rde. Ich zwang mich zur Ruhe und senkte meine Stimme wieder auf Gespr?chsniveau: „Ich glaube, es wird mir um einiges besser gehen, wenn ich weiss, wie das alles genau gekommen ist und weshalb sie sterben musste. Ich will nur sichergehen. Vielleicht erkenne ich in deiner Erz?hlung etwas, was der Polizei verborgen blieb. Erz?hl mir bitte, was du gemacht hast, nachdem du sie gefunden hast, erz?hl mir, wer alles dort war und alles, was du ?ber den Vorfall wei?t. Erz?hl mir alles, was du den Bullen auch erz?hlt hast.“
Er schaute mich an mit einer Mischung aus Mitleid und Ersch?ttertheit in seinem Blick. Ich merkte, dass er mich in diesem Moment wahrscheinlich f?r verr?ckt hielt, doch es war mir egal. Ich wollte nur eines: Die Wahrheit.
Dann begann er wieder zu sprechen und er erz?hlte mir alles, genauso, wie ich es von ihm verlangt hatte.



(mal so ganz unter uns... ich h?tte nie gedacht, dass man diese geschichte wirklich jemals ernsthaft als buch bezeichnen k?nnte, aber jetzt bin ich schon auf seite 25 angelangt und ich habe das gef?hl, dass noch viele dazukommen werden... :P)
21.1.06 16:38


Teil 12

?ber zwei monate habe ich nichts an meinem buch geschrieben und niemand hat etwas gesagt... ich war jetzt gleich so beleidigt, dass ich weiterschreiben musste...
nein, eigentlich ?berhaupt nicht... aber ich hatte heute auf der arbeit ein paar geniale einf?lle und deshalb, gehts jetzt endlich weiter:


Inzwischen hatte die Sonne den h?chsten Punkt ihrer Laufbahn ?berschritten und der Nachmittag hatte begonnen. Es war exakt 13:48 Uhr als ich den Telefonstecker, den ich aus der Steckdose entfernt hatte, um mich ungest?rt in meinem Selbstmitleid baden zu k?nnen, wieder einsteckte und Krauts Nummer w?hlte. Es kam mir seltsam vor, nach einer Woche wieder das Rufzeichen in meinem Ohr tuten zu h?ren. Dann nahm er ab und meldete sich mit einem schlichten, nichtssagenden: „Ja?“
„Kraut, altes Zimmer, ich bin’s, Taumel!“, sagte ich so freundlich und fr?hlich wie ich es in dem Moment zu stande brachte. Mein Kopf f?hlte sich noch immer ganz taub an und ich f?hlte mich in jeder Zelle meines K?rpers beschissen.
„Taumel! Was ist los, Alter? Geht’s dir gut?“, fragte er und ich h?rte die Besorgnis in seiner Stimme, die mich einen Moment verwirrte, da ich ehrlich gesagt nie dar?ber nachgedacht hatte, dass sich jemand, in der letzten Woche, um mich gesorgt haben k?nnte.
„Naja, ehrlich gesagt geht’s mir beschissen. Und dir so?“
„Jaja, mir geht’s soweit gut. Mann, du machst Sachen. Wo warst du? Ich habe dich sicher tausend Mal versucht anzurufen, du hast nie abgenommen. Und die T?re hast du auch nie aufgemacht, wenn ich geklingelt habe. Was ist los mit dir?“
„Kraut“, sagte ich, bem?ht ruhig zu bleiben und nicht gleich wieder aufzuh?ngen, denn eigentlich war ich jetzt echt nicht in der Stimmung mir von ihm irgendwelche Vorw?rfe oder ?hnliches anzuh?ren, „mir fehlt nichts. Ich brauchte nur etwas Zeit um das mit Anja auf die Reihe zu bekommen. Ich musste eine Weile alleine dar?ber nachdenken, verstehst du das nicht?“
„Verdammt, was glaubst du eigentlich? Die Sache hat uns alle mitgenommen. Aber du schliesst dich einfach weg und wir machen uns zu allem anderen auch noch Sorgen ?ber dich. Ich find das echt scheisse von dir, jetzt echt.“
Ich h?rte die Entt?uschung in seiner Stimme, doch das war es nicht, was mich aufhorchen liess.
„Was meinst du mit wir?“, fragte ich ihn.
“Na wir, wir alle! Du warst nicht auf der Beerdigung, du hast dich bei keinem von uns gemeldet, du warst einfach weg, Taumel! Ich dachte, du h?ttest Anja geliebt.“
„Das habe ich und das tue ich noch immer“, sagte ich und ich versp?rte einen Stich in meiner Brust. Ich habe ihre Beerdigung verpasst!, schoss es mir durch den Kopf.
„Du kannst keine Toten lieben. Denk mal an die Lebenden! Wir dachten schon du h?ttest dir etwas angetan.“
„Was?!“ Dar?ber war ich schon ein bisschen perplex.
„Ja, tu nicht so verwundert. Es hat nicht mehr viel gefehlt und wir h?tten die Bullen bei dir vorbei geschickt, um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung ist.“
„Nichts in Ordnung“
„Verdammte Scheisse, Taumel, sie ist tot! TOT, T-O-T! Begreif es und komm dar?ber hinweg, so wie wir alle es versuchen.“
Ich hatte keine Lust mehr mit ihm zu streiten. Er klang w?tend und entt?uscht und ich verstand ihn sogar ein bisschen, aber ich war viel zu m?de mit ihm weiter dar?ber zu diskutieren.
“Kraut, wir m?ssen uns treffen, Ich muss mit dir reden.“
Es entstand eine kurze Pause am anderen Ende der Leitung, offenbar hatte er nicht mit so einer Antwort auf sein Geschrei gerechnet.
„Okay, kein Problem.“, meinte er schliesslich, „Wann und wo?“
„Heute Abend, um Acht, komm in die Tallulah-Bar und bring bitte niemanden mit. Ich will mit dir allein reden.“
„Wie du willst.“, meinte er.
„Dann bis dann.“
„Ja bis dann.“
„Ach ja und noch etwas.“
„Ja?“
„Es tut mir leid, dass ich mich so abgeschottet habe, aber ich brauchte meine Ruhe, bitte versteh das.“
„Na klar. Dieses eine Mal noch. Aber tu’s nie wieder“, sagte er und ich h?rte die alte, von Kraut gewohnte, Scherzhaftigkeit aus seiner Stimme heraus.
Ich h?ngte auf. Seufzend erhob ich mich. Das war alles zuviel und ich war zu m?de. Ich ging in mein Zimmer, stellte den Wecker auf 18:00 Uhr und legte mich noch einmal schlafen. Das letzte, was ich dachte, bevor der schlaf mich ?bermannte, war, dass ich ein verdammter Vollidiot war. Ich hatte ihre Beerdigung verpasst. Dann schlief ich ein.

Um exakt 18:00 Uhr penetrierte das ?usserst nervige Piepsen meines Wecker meine Ohren und setzte sich schmerzhaft an meinen Trommelfellen fest. Genervt drehte ich mich um und schlug regelrecht auf den Ausschaltknopf, was die nervigen T?ne, die aus dem kleinen Lautsprecher, wie aus einem Maschinengewehr, abgefeuert wurden, verstummen liess. Benommen vom Schlaf setzte ich mich auf und kratzte mich am Kopf. Ich wusste, was mir bevorstand. Das Gespr?ch mit Kraut w?rde bestimmt nicht einfach werden. Vielleicht werde ich mir noch mehr Verw?rfe anh?ren m?ssen und ich musste mir ganz genau ?berlegen, was ich zu sagen hatte. Ich stand auf und ging duschen. Das erste Mal seit einer Woche. Es tat gut.
Als ich frisch geduscht und ganz sauber wieder in meinem Zimmer stand, erblickte ich das Grip, das mit Gras gef?llt, auf meinem Schreibtisch lag. Einen Moment ?berlegte ich mir, ob ich noch einen durchziehen sollte, bevor ich mich mit Kraut traf, entschied dann aber, dass es besser sei, einen klaren Kopf zu behalten. Meine Kopfschmerzen waren verschwunden und ich f?hlte mich erheblich besser, als am Morgen.
In der K?che schob ich eine Tiefk?hlpizza in den Ofen und liess sie mir eine Viertelstunde sp?ter schmecken. Dann machte ich mich mit meinem Fahrrad auf in die Tallulah-Bar. Es war das erste Mal seit einer Woche, dass ich wieder den warmen, noch sonnigen Abend bewusst und vor allem draussen an der frischen Luft, erblickte. Gierig sog ich die Abendluft ein, mit allen D?ften des Sommers und musste wieder an Anja denken. Meine Tritte in die Pedale verst?rkten sich und ich bog in die Strasse ein, in der die Tallulah-Bar lag.


ich h?tte gerne noch mehr geschrieben... so viele ideen, die in meinem kopf umhergehen, aber die verdammten hausaufgaben rufen... naja... jetzt erstma was essen...

wech...
19.1.06 18:02


Teil 11

jaa... lange nichts mehr geschrieben... aber jetzt wieder einmal


In der folgenden Woche schloss ich mich in der Wohnung ein und unterbrach jeden Kontakt zur Aussenwelt. Ich f?hlte mich elend, so schlecht wie noch nie. Immer wieder musste ich an Anja denken und das Bild, das sie mir geboten hatte, als sie tot auf dem Bett in der Waldh?tte gelegen hatte, schien sich in meiner Netzhaut eingebrannt zu haben, denn egal was ich tat, es liess mich nicht mehr los.
Jeden Morgen erwachte ich qualvoll um erneut zu erkennen, was eigentlich geschehen war. Danach versuchte ich den Rest des Tages, das Geschehene zu vergessen. Ich machte den Biervorrat meines Vaters zu Nichte, um meine Gedanken zu bet?uben. Doch als das Bier nach drei Tagen auszugehen drohte, machte ich mich hinter den Schnapsschrank und begann zus?tzlich nebenbei zu kiffen. Ich trank und trank, wurde immer besoffener, bis ich schliesslich nicht mehr mochte oder kotzen musste und schaute dazu fern. Ich tat ?berhaupt alles, um mich irgendwie von meinen Gedanken, den Bildern und dem Schmerz abzulenken und sie aus meinem Kopf zu verbannen. Doch es funktionierte nicht wirklich.
Am Samstag, genau eine Woche nach dem Verh?r durch den Kommissar Gaubel, erwachte ich genauso wie jeden Tag in der vergangenen Woche: mit Kopfschmerzen und dem Wissen, welches mich so belastete. Ich tastete nach der Flasche Jack Daniels, die ich immer neben meinem Bett gelassen hatte, um gleich zu Beginn des Tages meinen Schmerz etwas zu lindern, doch meine Hand griff ins Leere. M?hsam ?ffnete ich die Augen und sass unter st?hnen im Bett auf. Ich sah mich im Zimmer um, doch ich konnte die verdammte Flasche nicht sehen. Verdammte scheisse, dachte ich, es ist hoffnungslos. Anja war weg und es dr?ngte sich wieder einmal so schmerzvoll in mein Bewusstsein, dass sie auch nie wieder zur?ckkommen w?rde. Der Schmerz ?berw?ltigte mich fast und ich sp?rte wie mein Geist nach der gewohnten Bet?ubung schrie. Doch ich konnte die Flasche nicht ausmachen.
Mit einem tiefen Seufzer sank ich zur?ck in die Kissen. Und obwohl ich mir die ganze Zeit eingeredet hatte, dass mir bewusst sei, was passiert war, wurde es mir doch erst in diesem Moment richtig klar. Ich begann pl?tzlich zu begreifen, dass Anja nicht einfach so gestorben war. Sondern dass jemand sie umgebracht hatte. Irgendjemand lief draussen, irgendwo vor der T?r zu der Wohnung, umher und dieser Jemand war es, der Anja ins Jenseits bef?rdert hatte. Er war es, der mir meine Liebe genommen hatte und daf?r verantwortlich war, dass ich beinahe zerbrach an dem Schmerz der mich ?berfiel, wenn schon nur Anjas Namen durch meinen Kopf rauschte. Irgendjemand da draussen war Schuld an allem.
Mein Kopf dr?hnte und ich st?hnte erneut. Irgendwie hatte ich mir diese Gedanken doch bereits einmal gemacht. Alles kam mir so bekannt vor. Und ich f?hlte mich elend. Unter grosser Anstrengung erhob ich mich und wankte in Richtung Badezimmer. Ich ?ffnete die T?re, setzte den Fuss ?ber die Schwelle und rutschte auf etwas feuchtem, rutschigem und stinkendem aus und landete auch in jenem Etwas. Verwirrt betrachtete ich das fl?ssige Zeug, ohne zu wissen was es war und wie es hier her kam. Doch dann liess mich eine d?stere Ahnung von Ekel gepackt hochschrecken und aus der Pf?tze st?rzen. Entgeistert schaute ich es an. Doch, es gab keinen Zweifel. Der Geruch, die gelblich braune Farbe und die kleinen St?cke von halbverdautem Essen liessen nur einen Schluss zu: Das war Kotze. Was um alles in der Welt habe ich gestern getan. Ich hatte das deutliche Gef?hl, dass gestern etwas wichtiges Geschehen war... aber ich kam nicht darauf.
Entt?uscht kratzte ich mir am Kopf. Ich musste einen klaren Kopf kriegen, ich musste herausfinden, was ich getan hatte. Ich wollte mir die H?nde waschen und ging hin?ber zum Lavabo und erblickte darin die Jack Daniels Flasche. Ich hob sie hoch, doch sie war leer.
Ich ging in die K?che, trank ein Glas Wasser und ass eine Schale M?sli. Danach ?bergab ich mich erneut, wusch mir den Mund gr?ndlich aus und ass noch einmal eine Schale. Dieses Mal behielt ich diese allerdings bei mir. Ich liess die Musik dr?hnen. Doch es n?tzte nichts. Immer wieder dachte ich an Anja. Um mich abzulenken putzte ich die Sauerei im Badezimmer auf, doch auch das n?tzte nicht viel. Und dann, als ich mir bereits wieder ?berlegte, mit trinken zu beginnen, fiel es mir wieder ganz genau ein...

... Es war am Vorabend und ich wusste von einem Moment auf den Anderen wieder genau, wie ich vor dem Fernseher sass und mir irgendwas anschaute, was ich selbst nicht mehr wirklich sah. Ich wollte schlafen gehen, aber erst noch kurz auf die Toilette und mir die Z?hne putzen. Ich stand also auf und merkte wie ich schwankte. Ich hatte den ganzen Abend getrunken. Mir war schlecht, schwindlig und wie ich im n?chsten Moment merkte, wirklich ?bel schlecht. Ich nahm ein paar grosse mutige Schritte in Richtung Badezimmer und lief prompt in den Tisch hinein. Humpelnd, schwankend und unsicheren Ganges, ging ich weiter, von Wand zu Wand. Die R?ume drehten sich, mir war so ?bel und ich konnte mich kaum l?nger als eine Sekunde auf etwas konzentrieren. Zum Beispiel aufs gehen. Irgendwie schaffte ich es zur T?r zum Badezimmer, trat ?ber die Schwelle und machte das Licht an. Ich erschrak derart von dem pl?tzlich so grellen Licht, das ich nach hinten fiel und mir beinahe den Kopf gestossen h?tte. Und da kam die ganze Scheisse auch schon hoch. Ich drehte mich um und kotzte. Ich kotzte und kotzte und hatte das Gef?hl, alles von mir zu geben, was ich in der letzten Woche zu mir genommen hatte. Doch irgendwann war mein Magen leer und ich hustete und w?rgte bloss noch, bis ich den Brechreiz entg?ltig ?berwunden hatte. Ich sank auf dem Boden zusammen und schlief beinahe ein. Die Bilder von der Abschlussparty vor einer Woche zogen vor meinen Augen vorbei. Der Schluss bildete Anja, wie sie ermordet dalag. Ich sah den Fleck auf ihrer Haut. Mein Fleck. Ich begann zu heulen. Alles scheisse, diese verdammte scheisse, scheisse, gottverdammt, ich reihte Fluchwort um Fluchwort auf und sprach sie m?hsam vor mich hin, richtete mich mit letzter Kraft auf. Neben dem Lavabo stand die Flasche Jack.
„Verdammtes Dreckszeug“, sagte ich zu der Flasche und ich redete weiter vor mich hin, ohne mir dessen bewusst zu sein: „Ich muss schlafen. Ich muss schlafen. Verdammte Scheisse. Dieses Dreckszeug, ich muss wieder klar denken k?nnen... Anja... Anjaa... ich muss klar denken k?nnen.. ihren M?rder finden.. Anja.. ah verdammt dieses Dreckszeug..:“ Ich ?ffnete die Schnapsflasche und goss ihren Inhalt in die Kanalisation. Dann ging ich in mein Zimmer und legte mich schlafen, mit dem festen Vorsatz am n?chsten Tag das trinken sein zu lassen und einen klaren Kopf zu kriegen.


irgendwie habe ich das gef?hl nicht mehr ganz das niveau des beginns halten zu k?nnen... schade irgendwie...
ach ja und zum zweiten teil... ich h?tte es im perfekt statt im pr?teritum schreiben sollen ich weiss, so ist es sehr unklar, dass es sich dabei wirklich um den vorabend also freitagabend handelt...
6.11.05 21:47


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