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Fiktion

...bernd...

Mittwoch

jaa... ich habe schon wieder lange, lange nichts zu "papier" gebracht... vielleicht gibt es dafür gründe, vielleicht auch nicht... das ist eigentlich egal...
wichtig ist, dass ich mich wiedermal an die plastiktasten heranwage und diese auch fleissig malträtiere um euch eine geschichte zu erzählen...

und zwar die geschichte vom bernd moser...

es ist nun schon eine weile her, als bernd moser sich ein herz fasste und sich ausnahmsweise zu fuss durch die strassen bewegte... dies tat er deshalb, weil er gehört hatte, es sei gesund, so herumzuwatscheln, auch wenn er das kaum glauben konnte...
bernd war eigentlich ganz zufrieden mit sich und seinem leben... er hatte es weit gebracht, hatte ein grosses haus, lebte alleine, hatte zwei autos, einen, wie er es nannte, vernünftigen job (er war manager einer grossen firma) und die frauen flogen auf ihn, wie wespen an einem heissen sommertag auch ein honigbrot... wie gesagt war er zufrieden mit sich und so ging er auch zufrieden vor sich hin lächelnd und mit einer zigarre im mund durch die sonnen durchflutenden strassen der stadt...
da er sich nicht allzu oft unter das alltäglich auf den gehwegen verkehrende volk begab, beobachtete er seine mitmenschen mit interesse... so kam er auch bald an einer gruppe jugendlicher vorbei, die ihm sofort ins auge stach und die er mit interesse beäugte... es waren etwa zehn junge männer, die sich in einem kreis aufgestellt hatten und gröhlten und johlten, ab und zu mit den fäusten in die luft stiessen und dinge wie "Ja, gibs ihm!" oder "boaa, hast du das gesehen?!" riefen... sein interesse wuchs und er verlangsamte den schritt um zu sehen, was sich wohl in der mitte des kreises abspielte... der gehweg war voll von menschen, doch es schien sich niemand um die gruppe zu kümmern... er kam näher und sah, dass inmitten des kreises der johlenden zwei der jungen männer einander prügel austeilten... doch schon nach einem zweiten blick wurde ihm klar, dass hauptsächlich der eine - ein grosser, breitschultriger typ - den anderen - ein etwas zu kurz und zu breit geratenen blondschopf - verprügelte... der blonde stürzte in dem moment zu boden, als bernd etwa auf der höhe der gruppe war, was diese mit grossem freudengeschrei quittierte, was wiederum den hünen dazu anspornte, weiter in den auf dem boden liegenden leib des anderen einzutreten...
bernd senkte den kopf und ging schnell weiter... "die jugend von heute", dachte er sich, "da greife ich sicher nicht ein... der blonde wird schon was verbrochen haben und wahrscheinlich ist die ganze sache gar nicht so ernst... sicher wieder eine dieser versteckten kameras... nee nee denen gehe ich gar nicht erst auf den leim... aber was wenn nicht? schon schlimm sowas, irgendjemand sollte dem armen jungen doch helfen..." doch bernd spazierte weiter...
an der nächsten ecke kam eine frau auf ihn zu... ihre kleider waren zerschlissen und starrten vor dreck... ihrem gesicht waren spuren von gewalt anzusehen, doch bernd übersah diese... ihr haar war fettig und sie strich es sich aus dem gesicht und fragte ihn ganz freundlich, jedoch mit einer etwas zittriger und unsicherer stimme, ob er ihr wohl etwas kleingeld hätte... er ignorierte und ging an ihr vorbei, als ob sie luft wäre... sie blieb verdattert stehen... "die arme frau!", dachte bernd, "irgendjemand sollte ihr helfen und schauen dass sie was zu essen und eine arbeit bekommt" doch bernd zog an seiner zigarre und spazierte weiter...
er bog in eine nebenstrasse ein, die er von früher kannte und die zum bahnhof führte... hier war es ruhiger, dafür auch um einiges heruntergekommener... es war eine kleine nebenstrasse, fast mehr eine gasse, welche links und rechts von hohen häusern, die dicht an dicht standen, gesäumt wurde... bernd hatte ein etwas unbehagliches gefühl im magen bei dem anblick und so beschleunigte er seine schritte ein wenig... als er an einem hauseingang vorüberging, sah er aus den augenwinkeln, dass da jemand hockte und als er den kopf drehte um nachzusehen, erblickten seine augen einen mann von vielleicht 30 jahren, wie er da in zerschlissenen jeans und leerem blick da sass und sich kaum bewegte... der mann hatte die hemdsärmel hochgekrempelt und bernd konnte die einstiche der nadeln sehen... "uuäää ein dreckiger junkie, auch das noch... irgendjemand sollte solchen leuten doch helfen!", dachte bernd und ging weiter...
die kleine nebenstrasse mündete nach einer weile wieder in die grosse hauptstrasse und nun musste er nur noch über die brücke, welche über einen breiten fluss führte, gehen und er war am bahnhof... auf der brücke standen schwere baumaschinen denn es wurde gebaut... doch jetzt war kein bauarbeiter zu sehen, schliesslich war ja sonntag... an einer stelle war das brückengeländer weggerissen worden und provisorisch wurde der abgrund von einer holzplanke versperrt... wegen den baumaschinen war hier nur sehr wenig platz und als bernd die geländerlose passage passierte, kam ihm ein breitschultriger mann entgegengerannt und rempelte ihn an... darauf war bernd überhaupt nicht gefasst und er kippte seitwärts über die holzplanke und wäre beinahe ins wasser gestürzt, doch er konnte sich im letzten moment noch irgendwie am rand festkrallen... so hing er nun da... unter ihm die reissende strömung und über ihm der dicht begangene gehweg... es lief ihm eiskalt den rücken hinab...
"HILFEE!! ZU HILFE!!", schrie er, "so helft mir doch! ich kann nicht schwimmen! HILFE!"
doch die leute gingen einfach an ihm vorbei... eine frau schaute kurz zu ihm hinab und sie blickte ihn etwas schockiert an während sie dachte:"meine güte! der arme mann wird ins wasser stürzen und ertrinken wenn ihm nicht bald jemand hilft... aber ich muss unbedingt zum zahnarzt, schliesslich habe ich jetzt schon 15 minuten verspätung..." und so ging sie weiter...
bernd war verzweifelt, er konnte sich nicht mehr lange halten... seine arme wurden taub und er spürte wie er langsam mit seinen fingern abrutschte... schliesslich war es geschehen um ihn... er rutschte ab und fiel ins wasser... er tauchte unter, strampelte mit den beinen, kam noch ein zwei mal hoch, schlug sich schliesslich durch die strömung an einem stein den kopf an und ging bewusstlos unter... drei tage später fand man seine leiche...
als der polizist den bericht las, wie sich der unfall aller wahrscheinlichkeit nach zugetragen hatte, schüttelte er den kopf und dachte:"der arme tropf... warum hat ihm bloss niemand geholfen?"
dann legte er den fall zu den akten...
21.6.06 17:50


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...hoch oben im all...

Montag

Zed und Kristof umkreisen in ihrer schüssel die erde... ca 200000 km über der erdoberfläche sitzen sie in ihrem raumschiff und gleiten lautlos und scheinbar mühelos durch das dunkle, stille all...
Zed: "was ist das denn?"
ach ja... zed sowie kristof sind grün, gross und dünn... sie haben überhaupt keinen körper, wie wir ihn kennen... für menschen sehen sie aus, als ob jemand einen menschlichen körper in seine einzelnen gliedmassen zerlegt hätte und dann wieder so falsch wie möglich zusammengesetzt... ihr kopf ruht zwischen ihren händen, die beine spriessen aus ihren schultern und ihre viele augen blinzeln unregelmässig im halbdunkeln der innenbeleuchtung ihrer schüssel...
kristof: "das, mein lieber zed, ist die erde... es ist ein kleiner planet und besteht hauptsächlich aus einem material, das man auf der erde wasser nennt... du erkennst es an seinem leuchtenden blau..."
zed: "woaa cool... voll faszinierend wenn du mich fragst... hast du noch was zum bauen da?"
jaa ihr werdet überrascht sein... doch das einzige was diese beiden ausserirdischen mit uns menschen gemeinsam haben, ist, dass sie kiffen... seltsam aber wahr...
"klar", sagt zed und kristof nimmt pape und filter und beginnt zu rollen...
"erzähl mir mehr von der erde.", fordert kristof zed auf, während er das kräutchen, was überigens, zum sagen das wir es hier mit ausserirdischen zu tun haben, von beinahe annehmbarer qualität war, so, dass ein amerikanischer kiffer sich beinahe zu einem "good shit buddy" hätte hinreissen lassen... doch da sich dieser amerikanische kiffer sowieso weit weit unter zed und kristof befand, konnte er nichts davon kosten und so sagte in dem moment auch niemand etwas von gutem shit...
"die erde... naja... das ist eigentlich nicht so schwer...", sagt zed und nimmt sich eine kleine sprechpause heraus, um kurz seine gedanken zusammen zu raffen... dann räuspert er sich und beginnt zu erzählen...:

"also die erde... sie ist, wie gesagt recht klein... etwa so gross, wie ein tausendstel unseres kraptiyron (zeds und kristofs heimat), also winzig wenn du so willst... die erde wird von einer rückständigen lebensform bewohnt, die wir schon seit einiger zeit beobachten... sie selbst nennen sich, wenn mich meine errinnerung nicht täuscht, menschen...
wie auch immer... die menschen sind deshalb so rückständig, weil sie, also wirklich jeder einzelne von ihnen, denkt, sie seien wichtig... eines jeden einzelnen leben, ihr system, ja, ihre ganze existenz, hängt nur daran fest, dass sie sich selbst wichtig nehmen... sie sind es, die die selbstsucht, den ehrgeiz, den hass auf andere erfunden und ähnliches  erfunden haben... allerdings muss ich sagen, haben sie nicht nur rückständiges erschaffen... auch die liebe, mein lieber, wurde von menschenhand kreiert... dankeschön...", zed unterbricht kurz seine erzählung und nahm kristof den joint ab, der er ihm hinhielt und raucht erstmal einen tiefen zug ehe er fortfährt, "ach ja... auch das beste gras kommt übrigens, man würde es kaum glauben, von den menschen... doch abgesehen davon, haben die menschen nichts wirklich wichtiges hervorgebracht..."
"aber was tun diese menschen dann den ganzen tag?", fragt kristof verwundert...
"naja... sie arbeiten...", erklärt ihm zed gleichgültig...
"was?!", fragt kristof und macht ein entsetztes gesicht, "also meinst du so richtig arbeiten, wie es einst vor jahrmillionen unsere urahnen taten?"
"exakt genauso", bestätigt zed und fügt hinzu, "ich sagte ja, dass die menschheit rückständig ist... schau sie dir an (ach ja, kraptiyroner haben verdammt gute augen und so ist es für kristof kein problem vom raumschiff aus das treiben auf der erde zu beobachten...), sie gehen den ganzen tag arbeiten und suchen einen sinn in ihrer existenz... sie rennen aufträgen nach, die ihnen irgendwer aufgetragen hat, der selbst auch immer wieder aufträge bekommt... so funktioniert ihr system..."
"erstaunlich erschreckend, wie armseelig gewisse lebensformen in unserem all sind...", meint kristof nachdenklich...
"tja, so ist das halt... traurig aber wahr... abends, wenn sie nichts mehr zu arbeiten haben, versuchen sie krampfhaft ihren alltag zu vergessen... was zwar rückständig aber doch ganz amüsant ist... obwohl eher tragisch... einige versuchen zu leben und schütten sich flüssiges zeugs, basierend auf wasser und alkohol genannt, in ihren magen... wieder andere sitzen vor einen bildschirm und schauen fern, was eine art droge ist, bei deren konsumation das hirn ausschaltet und man andere menschen in irgendeiner scheinwelt beobachten kann... wieder andere sitzen vor computer, was maschinen sind, von denen die menschen meinen, sie seien auf einem hohen technischen stand, doch eigentlich sind sie nichts als billige rechenmaschinen, die gar nichts können, ausser man sagt ihnen, was sie zu tun haben... nichts im vergleich zu unseren adokker, die uns sämtliche arbeiten abnehmen... die menschen haben tausende von ablenkungsmöglichkeiten geschaffen, doch eigentlich ist alles was sie tun nutzlos und doof, doch alles bestätigt ihnen, wie wichtig sie doch eigentlich seien... den schein aufrecht zu halten, etwas zu gelten in diesem elend schwarzem loch eines alls, ist der einzige drang der menschheit..."
"krass", meint kristof und kratzt sich mit einem seiner 40 finger am kopf, "aber sind denn wirklich alle menschen so blöd, oder gibt es auch welche, die ihre nutzlosigkeit erkannt haben und sich andersweitig beschäftigen...?"
"nein...", meint zed, "sowas gibt es auf der erde nicht... viele dieser menschen meinen, sie hätten erkannt, dass sie nutzlos sind, doch eigentlich gelangten sie nur zu der erkenntnis, weil sie dadurch das gefühl erhalten, wichtig zu sein... viele erkennen auch, wie sinnlos dieses arbeitsgehabe ist und versuchen sich auf diverse wege abzugrenzen... nur vergessen sie dabei, dass sie, egal wie sie es anstellen, nichts an ihrer situation ändern... einige, die sind die angenehmsten, die versuchen ihre gedanken etwas zu erweitern, mit diversen drogen; du glaubst gar nicht wie kreativ menschen in der entwicklung von stoffen sind, die sie geistig aus dieser welt befördern; und kiffen zum beispiel auch.. naja... aber was sie sich dabei überlegen ist nichts weiter, als wo sie die nächste ladung gras auftreiben können..."
zed gab kristof den joint und beide verfielen dem schweigen... kristof rauchte und rauchte bis der joint tot war... er warf ihn aus dem fenster und fragte dann: "aber was tun diese menschen denn sonst so...? ich meine die können doch nicht ihr ganzes leben arbeiten, bis sie tot umfallen?"
"nein natürlich nicht", sagte zed, "das kann wohl niemand... irgendwann sind sie zu alt und ihre körper zu zerbrechlich, um weiter zu arbeiten... dann hören sie auf damit und gehen in den sogenannten ruhestand... da vegetieren sie dann noch etwas vor sich hin und tun so, als würden sie ihr leben geniessen... auf kreuzfahrtschiffen, in warmen teilen der erde oder in abstellkammern, die man altersheime nennt..."
"meine fresse", meinte kristof und schaute ungläubig aus der wäsche, "das ist ja richtig brutal... und du sagst, das ganze treiben da unten hätte system? wie das denn? heisst das es gibt auch sozial höher gestellte menschen?"
"allerdings... und das sind meist die schlimmsten von allen...", sagte zed und schaute ernst drein, "oft sind das solche, die sich selbst am wichtigsten nehmen... sie veranstalten grosse schlachten gegen andere menschen in anderen teilen der erde, ohne selbst daran teilzunehmen... sie schicken menschen, die sozial gesehen unter ihnen leben, in den krieg und sitzen selbst kaffeeschlürfend zu hause..."
"ähm sorry..", unterbrach kristof, "aber was bitte ist kaffee?"
"ach das... das ist so ein dunkles, heisses getränk, welches sie wach hält und abhängig macht... nichts wirklich wichtiges, auch wenn es bei den menschen eine lange tradition hat und sehr viele davon süchtig sind..."
wieder entsteht eine kurze pause in der beide mit ihren vom kiffen ganz grün gewordenen augen in die unendlichkeit des alls starren... dann räuspert zed sich und fährt fort:
"ach ja.. und ein weiterer grund weshalb die menschheit rückständig ist, ist, dass sie ihre umwelt und ihre mitmenschen liebend gern und so konstant wie möglich zu zerstören versuchen... jaa, das glaubst du mir jetzt vielleicht nicht... aber da sich jeder mensch für wichtig und gut hält, hält sich auch beinahe jeder mensch für wichtiger und besser als seine mitmenschen... daraus resultiert, dass man die anderen wo immer nur möglich nieder drückt und den planeten langsam aber sicher tötet..."
"aber das ergibt doch keinen sinn..", meintekristof verwirrt...
"ganz recht!", bestätigt zed seinen kollegen kristof, "aber die menschen sehen selbst solch einfach dinge in ihrer blindheit nicht... sie können zwar inzwischen schon einiges... sie sind wirklich begabt darin, vorrichtungen zu konstruieren um möglichst viele menschen möglichst schnell zu töten, oder eine möglichst genau nachkonstruierte scheinwelt im fernsehen zu zeigen, oder aber auch nach neuen, ihnen unbekannten atomen zu suchen und mit diesen herumzujonglieren, doch wenn es um wirklich elementare sachen geht, verschliessen sie am allerliebsten die augen und widmen sich einer ihrer sinnlosen tätigkeiten..."
"echt übel...", meint kristof, "das bereitet mir kopfschmerzen... rauchen wir noch einen?"
"klar", sagt zed...

tja... und so kreisen die beiden weiter um die erde... hoch oben im all...

 

so... ich glaub ich setz das vielleicht mal noch fort... was meint ihr? ich bitte um kommentar...

8.5.06 18:37


...je düsterer die gasse, desto toter der mord...

Dienstag


Eigentlich wäre es ein schöner tag gewesen... doch die gasse in der die beiden jungen standen, war düster... sie standen da und beide zündeten sich eine zigarette an... sie waren immer noch etwas ausser atem, von der flucht, die sie gerade unternommen hatten... der grössere der beiden hiess klaus und hatte sein gesicht mit einem schwarzen tuch verhüllt, das mit einem roten stern verziert war, der nun auf seiner wange lag... er sog den rauch durch den stoff des tuches und sah seinen kleinen bruder an... der hatte sich ebenfalls mit einem schwarzen tuch vermummt gehabt, das er nun allerdings abgezogen hatte, um besser rauchen zu können...
"das war knapp, pietr!", meinte klaus, "das nächste mal müssen wir besser aufpassen, so viel glück werden wir nicht mehr so oft haben."
sein bruder, pietr, nickte und nahm einen tiefen zug von seiner zigarette... sie waren beide heute in die hauptstadt gefahren und die aktion, die sie gerade ausgeführt hatten, war wirklich alles andere als klug und durchdacht gewesen... dafür hatte sie gesessen, auch wenn sie beinahe von der polizei erwischt worden wären...
in diesem moment hörten sie schritte... sie kamen vom eingang der gasse her... beide drehten sich gleichzeitig um und sahen den etwas in die jahre gekommenen polizisten auf sich zu rennen... pietr drehte sich um und rannte los... aus den augenwinkeln sah er, wie es sein bruder ihm gleich tat... in dem moment fielen mehrere schüsse... zu tode erschrocken rannte pietr weiter, so schnell er konnte... er spürte seinen bruder nicht mehr neben sich und hörte auch seine schritte nicht mehr... die schüsse peitschten weiter und er spürte die kugeln, wie sie neben ihm in die hauswand krachten und wie sie über seinen kopf hinweg flogen... er warf einen schnellen blick über die schulter... er hatte nicht lange zeit, um das bild, das sich ihm bot, zu erfassen, doch es reichte aus, damit sich die eindrücke, die er durch sein zurückblicken gewann, tief in sein hirn gruben... sein bruder lag, blutüberströmt und in einer unnatürlichen stellung, am boden und der polizist stand neben ihm, ausser atem wie es schien und schrie pietr noch etwas nach, das er nicht verstand... doch pietr sah das gesicht des gesetzeshüter und er wusste, dass er es niemals vergessen würde...

Ein dienstag der sich wie ein montag anfühlt, ist eigentlich gar kein dienstag... genau dieses gefühl hat auch komissar ernst haue, der nun seit 20 jahren polizeidienst leistet und auch sonst nicht gerade der hellste ist... er steht in seinem büro und ärgert sich... erst vor drei tagen wurde einer seiner kollegen verurteilt, weil er angeblich zu hart mit einem dieser, in seinen augen, dreckigen, nichtsnutzigen und stinkenden punks umgegangen sei... haue schüttelt den kopf... so'n dreck, als ob man mit denen überhaupt hart genug umspringen könnte, denkt er, bei lebendigen leib verbrennen sollte man die... gestern hat er es ihnen endlich einmal zeigen können... in einer gasse hatte er die zwei chaoten gestellt, die an die wand des regierungsgebäude wüste sprüche geschrieben hatten... gott sei dank hatte er einen der beiden umgelegt... er ist sich sicher, dass das keine komplikationen nach sich ziehen würde... er war schon so lang dabei und schlussendlich war er inzwischen so weit, dass er wusste, wie er einen mord vertuschen konnte und ausserdem war er der, der meistens zu sagen hatte, was mord und was nicht mord war... der zweite polizist, der den tatort betrat, war sein bester kollege gewesen und mit ihm war es keine sache gewesen die spuren zu verwischen...
doch seine gedanken werden unterbrochen, weil sich die tür öffnet und sein bimbobulle kriech den kopf in den raum streckt...
"wir haben hier einen, der zu dem mord gestern in der gasse aussagen will...", sagt ihm kriech mit seinem kriecherischem blick...
"alles klar, bring ihn rein."
es tritt ein junger, breit gebauter mann ein, der um den hals ein schwarzes tuch trägt... er setzt sich auf den besucherstuhl, der vor haues schreibtisch steht und der ihm von haue als platz angewiesen wurde... haue mustert ihn interessiert, aber mit deutlicher abneigung im blick... der junge sieht aus, wie einer von jenen, die er so hasst, die sprüche an die wände des regierungsgebäude schreiben und ähnliches... doch der junge sagt nichts, sondern sitzt einfach da und schaut haue an...
"also der herr,", beginn haue," was möchtest du denn aussagen?"
sein gegenüber verzieht keine miene und nimmt nur ein stück papier aus seiner tasche und legt es haue auf den tisch...
"kennen sie den?", fragt er...
haue schaut ihn verwundert an, denkt sich dann aber nichts dabei und schaut auf das papier... darauf ist ein photo gedruckt und das photo zeigt einen ebenfalls jungen mann, der ebenfalls ein schwarzes tuch um den hals trägt und der dem jungen, der haue vis-à-vis sitzt, erstaunlich ähnlich sieht... dann gefriert das blut in haues adern... der junge auf dem bild ist der selbe, den er gestern erschossen hatte... gehetzt schaut er auf und blickt geradewegs in die mündung einer grossen, schweren pistole... ihm bleiben die worte im hals stecken...
"das war mein bruder", sagt pietr,"und du verdammtes bullenarsch hast ihn ermordet..."
bevor haue überhaupt etwas sagen kann, lässt pietr die waffe krachen... der erste schuss trifft haue in die linke schulter... der zweite in die rechte... vom dritten schuss hört er nur noch den knall, er spürt nicht wie die kugel seine brust zerschlägt, sein herz zerfetzt und hinter ihm in die wand einschlägt... es wird schwarz um ihn und die kälte steigt in ihm empor...

 

--> jaa ich weiss, die geschichte ist müll... wollte nur ma wieder meine phantasie spielen lassen... doch irgendwie bin ich ganz und überhaupt nicht zufrieden damit... naja egal...

wech...

2.5.06 18:38


...regenwürmer, wie du und ich...

Sonntag

Ich gebs ja zu... ich habe nichts zu sagen... mein kopf ist leer... meine füsse ruhen vor dem stuhl am boden und melden mir, dass sie kalt haben... aber es ist mir egal, meine füsse sind zu weit unten, um mich zu interessieren... ich seh sie ja nicht einmal... dark tranquillity beschallt mich aus den boxen...

cast off all those wide-eyed hopes and dreams
mind matters, matters not

:P

ich mag es... diese dunkle, melancholische, prügelnde und abwechslungsreiche musik... mm... und ich sitze hier schreibend und lauschend, nur um einen grund zu haben, nicht auf diese verfluchte abschlussprüfung zu lernen... jaa am donnerstag steigt die party... mensch, ich hab kain bock drauf... mind matters... matters not...

wie gesagt fällt mir nicht mehr ein... die sonne scheint und das ist gut so... ich gehe den weg entlang und werde von farben bombardiert... links, rechts, oben, unten... alles strahlt und strahlt mich an... ich fliege förmlich über den weg... bis ich fall... auf dem boden ist es zwar hart, doch wenn man den aufprall auf den spitzen kieselsteinen erst einmal überstanden hat, ist es doch ganz gemütlich... aus diesem blickwinkel verändert sich die welt... ich lege meinen kopf in den dreck und verharre regungslos... beobachte... die steinchen erscheinen riesig... ich sehe grasbüschel gross wie bäume und vor meiner nase liegt ein regenwurm... ich beobachte ihn... sehe wie er sich mit seinem körper über die erde wälzt... jaa so ein regenwurm ist schon nicht dumm... er ist genau richtig konstruiert... ich singe in gedanken ein loblied auf die beiden tierarten, die sich einst paarten, um diese missgeburt vor meiner nase zur welt zu bringen... die taten schon das richtige... ein regenwurm ist schon nicht dumm... er gräbt sich ein loch und kriecht hinein... jaa, direkt in meine nase, was zwar kitzelt, aber ich bleibe reglos liegen... nehme die natur in mir auf... nein.. ich stehe auf, reisse mir den wurm aus der nase und zertrete ihn am boden... schliesslich bin ich ja ein mensch, verdammt noch mal... der kleine regenwurm... was denkt er sich auch... er ist ja nicht dumm... ich gehe weiter und zertrete jeden einzelnen regenwurm den ich sehe... tod diesen viechern, die es wagen mich zu beleidigen und zu plagen, auch wenn dieser regenwurm in meiner nase nicht begriffen hatte, was er tat, sie müssen alle sterben!
ich trefe einen spaziergänger an, der mich erstaunt anschaut, wie ich da so jeden regenwurm am boden wütend zerstampfe...
"was tust du da?", fragt er mich...
ich schau ihm fest in die augen, mit einem ausdruck im gesicht, der offenlegt, dass ich mich gerade frage, wie man nur so eine frage stellen kann... als ob man einen koch, der mit kochschürze und dem typischen kochhut, sowas fragen würde, während er einem ein menü zubereitet...
"Ich stampfe die regenwürmer tot.", geb ich ihm offen und ehrlich, wie ich halt so bin, zur antwort.
"mein gott, junge, wieso denn das? die haben dir doch nichts getan... regenwürmer sind in gottes augen lebewesen wie du und ich und du sollst jede kreatur auf gottes erde verehren oder zumindest so behandeln, wie du gern behandelt werden würdest..."
was zur hölle...? ausgerechnet wenn ich mal amok laufe und ein paar regenwürmer dahin metzle kommt so ein doofer, armer, alter und obendrein noch hässlicher, religiöser besserwisser und will mir in die suppe spucken... nee nee... so nicht opa... ich ändere sofort meine taktik und gehe auf ihn ein:
"tja lieber herr, genau das tue ich doch hier.. diese regenwürmer sind herrliche geschöpfe, gottes werk, und ich würde niemals hand anlegen an solch geniale kreaturen, doch in diesem falle, ist es einfach von nöten..."
der alte schaut mich verwundert an... so wie ich das so stehe und auf würmer trete, hätte er mich wohl kaum für religiös gehalten und sich schon darauf gefreut, mir eine moralpredigt zu halten... zufrieden lächle ich in mich hinein und achte darauf, dass er meine belustigung nicht bemerkt...
"was bitteschön, soll es für einen grund geben, regenwürmer zu zertreten?"
"nun sehen sie, heute ist ein heisser tag... und die regenwürmer sind tiere, die in der sonne vertrocknen... ein wirklich, da stimmen sie mir sicher zu, leidiger weg zum tod... und genau deshalb zertrete ich sie... ich leiste sterbehilfe, da ich nicht mitansehen kann, wie diese armen viecher leiden..."
ich schaue ihn mit traurigem blick an und zertrete ein weiteres von diesen hässlichen, glitschigen viechern...
der mann schaut mich jetzt mit verständnis im blick an...
"ja das leuchtet mir tatsächlich ein... so habe ich das gar nicht betrachtet... sie sind wirklich ein gottesfürchtiger mensch, mein sohn... gott sei mit ihnen... blabla"
tja... er wünscht mir einen gesegneten sonntag und geht weiter... ich muss grinsen... vielleicht hätte ich doch politiker werden sollen...


so... und jetzt muss ich lernen gehen.. verdammt...

30.4.06 13:15


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