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Teil 13

Als ich die Bar betrat, war Kraut noch nicht da. Ich durchschritt den kleinen Raum, der kaum mehr als 30 Leuten platz bot, und setzte mich an den Tisch, der in der linken, hinteren Ecke stand. Auf der rechten Seite nahm die Bartheke die ganze L?nge des Raumes ein. Der ganze Raum w?re wohl sehr hell gewesen, h?tte man eine ordentliche Beleuchtung darin installiert, doch der Besitzer der Bar hielt nicht viel davon und setzte auf die klassische, schummrige und verrauchte Baratmosph?re.
Ich setzte mich so, dass ich den Raum gut ?berblicken konnte und z?ndete mir eine Zigarette an. Ich hatte kaum drei Z?ge geraucht, da trat Kraut auch schon ein. Ich erschrak beinahe, denn P?nktlichkeit war eigentlich nicht unbedingt Krauts St?rke.
„Hallo Kraut!“, rief ich zu ihm hin?ber. Er erkannte mich und kam mit ernster Miene zu meinem Tisch hin?ber.
„Hey Taumel! Sch?n dich endlich mal wieder zu sehen. Warte, ich hol uns was.“
Er ging zur Theke und kam mit zwei Humpen zur?ck. Gespannt schaute er mich an.
„Wor?ber willst du mit mir reden?“, fragte er schliesslich, nachdem ich keine Anstalten an den Tag gelegt habe, das Gespr?ch aufzunehmen. Ich merkte, dass er sich nicht ganz wohl f?hlte und konnte es ihm nachf?hlen. Schliesslich hatte ich ihn nach einer Woche, in der ich mich zu Hause verschanzt hatte, einfach angerufen und ihn in eine Bar gebeten, weil ich mit ihm reden m?sse.
„Du warst doch da, als Anja gefunden wurde, nicht wahr?“, fragte ich direkt hinaus und schaute ihn gespannt an.
Er z?gerte und nahm einen Schluck Bier.
„Hast du eine Zigarette f?r mich?“, fragte er dann anstatt auf meine Frage zu antworten. Ich war ungeduldig, doch ich wollte wissen, was genau geschehen war, an dem Morgen, als ich noch friedlich auf der Lichtung im Wald gepennt hatte und Anja aufgefunden wurde. Ich suchte irgendwas, was mich vielleicht ihrem M?rder n?her brachte. Ich gab ihm also eine Zigarette und steckte sie ihm an. Er sog den Rauch tief in seine Lungen und begann dann, wortreich auszuatmen.
„Also“, begann er, „Ja, ich war da als sie gefunden wurde. Ich... na ja... ich habe sie sogar gefunden.“
„Waas?“ Erst jetzt merkte ich, wie unklug es gewesen war, eine Woche auf Tauchstation zu gehen. Mir war unglaublich viel entgangen. Ich hatte mir nie die M?he gemacht eine Zeitung aufzuschlagen. Auch die Nachrichten im Fernsehen hatte ich beharrlich ignoriert. Und so schaute ich ihn nun interessiert an und lauschte konzentriert was er zu sagen hatte.
„Es war reiner Zufall.“, erz?hlte er weiter, „Ich wachte auf, wo ich allem Anschein nach eingeschlafen war: Auf dem Boden. Ich lag einfach mitten im Raum. Naja, ich bin auch ziemlich betrunken gewesen am Vorabend. Auf jeden Fall musste ich dringend pissen. Es waren noch eine Reihe andere Leute wach, doch die waren alle draussen und um mich herum waren noch andere am schlafen. Wie gesagt musste ich pissen und ich machte mich auf die Suche nach einer Toilette im Haus. Und, es gab ja nicht viele T?ren, da, da hab ich einfach mal mit der Erstbesten angefangen.“
Er brach ab und nahm einen grossen Schluck Bier. Anstatt weiter zu erz?hlen, fragte er: „Hast du sie gesehen?“
Ich nickte.
„Es war schrecklich als ich sie da so liegen sah.“
Ich wartete darauf, dass er noch weiter erz?hlte, doch offensichtlich glaubte er, dass es mir gen?gen w?rde.
„Und was hast du dann getan?“, fragte ich.
„Was, wieso?“, fragte er und schien etwas verwirrt ?ber die Frage, „Ich habe nat?rlich die Bullerie benachrichtigt. Dann bin ich nach Hause.“
„Haben sie noch andere gesehen?“
„Mann Taumel, was ist los mit dir? Das h?rt sich mehr nach einem Verh?r an, als nach einem Gespr?ch zwischen Freunden.“
„Es tut mir leid. Ich will nur ganz genau wissen, was an dem Morgen geschehen ist.“
„Wieso? Es ist vorbei, sie ist tot, begreif das doch. Es ist egal, was auch immer du von mir noch erf?hrst, du wirst sie nicht ins Leben zur?ckholen k?nnen.“
„Verdammt noch mal, glaubst du ich weiss das nicht?“ Ich wurde w?tend. Was glaubte er eigentlich, dass mein Problem war? Genau das! Genau der Umstand, dass sie f?r immer weg sein w?rde. Ich zwang mich zur Ruhe und senkte meine Stimme wieder auf Gespr?chsniveau: „Ich glaube, es wird mir um einiges besser gehen, wenn ich weiss, wie das alles genau gekommen ist und weshalb sie sterben musste. Ich will nur sichergehen. Vielleicht erkenne ich in deiner Erz?hlung etwas, was der Polizei verborgen blieb. Erz?hl mir bitte, was du gemacht hast, nachdem du sie gefunden hast, erz?hl mir, wer alles dort war und alles, was du ?ber den Vorfall wei?t. Erz?hl mir alles, was du den Bullen auch erz?hlt hast.“
Er schaute mich an mit einer Mischung aus Mitleid und Ersch?ttertheit in seinem Blick. Ich merkte, dass er mich in diesem Moment wahrscheinlich f?r verr?ckt hielt, doch es war mir egal. Ich wollte nur eines: Die Wahrheit.
Dann begann er wieder zu sprechen und er erz?hlte mir alles, genauso, wie ich es von ihm verlangt hatte.



(mal so ganz unter uns... ich h?tte nie gedacht, dass man diese geschichte wirklich jemals ernsthaft als buch bezeichnen k?nnte, aber jetzt bin ich schon auf seite 25 angelangt und ich habe das gef?hl, dass noch viele dazukommen werden... :P)
21.1.06 16:38
 


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