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Teil 12

?ber zwei monate habe ich nichts an meinem buch geschrieben und niemand hat etwas gesagt... ich war jetzt gleich so beleidigt, dass ich weiterschreiben musste...
nein, eigentlich ?berhaupt nicht... aber ich hatte heute auf der arbeit ein paar geniale einf?lle und deshalb, gehts jetzt endlich weiter:


Inzwischen hatte die Sonne den h?chsten Punkt ihrer Laufbahn ?berschritten und der Nachmittag hatte begonnen. Es war exakt 13:48 Uhr als ich den Telefonstecker, den ich aus der Steckdose entfernt hatte, um mich ungest?rt in meinem Selbstmitleid baden zu k?nnen, wieder einsteckte und Krauts Nummer w?hlte. Es kam mir seltsam vor, nach einer Woche wieder das Rufzeichen in meinem Ohr tuten zu h?ren. Dann nahm er ab und meldete sich mit einem schlichten, nichtssagenden: „Ja?“
„Kraut, altes Zimmer, ich bin’s, Taumel!“, sagte ich so freundlich und fr?hlich wie ich es in dem Moment zu stande brachte. Mein Kopf f?hlte sich noch immer ganz taub an und ich f?hlte mich in jeder Zelle meines K?rpers beschissen.
„Taumel! Was ist los, Alter? Geht’s dir gut?“, fragte er und ich h?rte die Besorgnis in seiner Stimme, die mich einen Moment verwirrte, da ich ehrlich gesagt nie dar?ber nachgedacht hatte, dass sich jemand, in der letzten Woche, um mich gesorgt haben k?nnte.
„Naja, ehrlich gesagt geht’s mir beschissen. Und dir so?“
„Jaja, mir geht’s soweit gut. Mann, du machst Sachen. Wo warst du? Ich habe dich sicher tausend Mal versucht anzurufen, du hast nie abgenommen. Und die T?re hast du auch nie aufgemacht, wenn ich geklingelt habe. Was ist los mit dir?“
„Kraut“, sagte ich, bem?ht ruhig zu bleiben und nicht gleich wieder aufzuh?ngen, denn eigentlich war ich jetzt echt nicht in der Stimmung mir von ihm irgendwelche Vorw?rfe oder ?hnliches anzuh?ren, „mir fehlt nichts. Ich brauchte nur etwas Zeit um das mit Anja auf die Reihe zu bekommen. Ich musste eine Weile alleine dar?ber nachdenken, verstehst du das nicht?“
„Verdammt, was glaubst du eigentlich? Die Sache hat uns alle mitgenommen. Aber du schliesst dich einfach weg und wir machen uns zu allem anderen auch noch Sorgen ?ber dich. Ich find das echt scheisse von dir, jetzt echt.“
Ich h?rte die Entt?uschung in seiner Stimme, doch das war es nicht, was mich aufhorchen liess.
„Was meinst du mit wir?“, fragte ich ihn.
“Na wir, wir alle! Du warst nicht auf der Beerdigung, du hast dich bei keinem von uns gemeldet, du warst einfach weg, Taumel! Ich dachte, du h?ttest Anja geliebt.“
„Das habe ich und das tue ich noch immer“, sagte ich und ich versp?rte einen Stich in meiner Brust. Ich habe ihre Beerdigung verpasst!, schoss es mir durch den Kopf.
„Du kannst keine Toten lieben. Denk mal an die Lebenden! Wir dachten schon du h?ttest dir etwas angetan.“
„Was?!“ Dar?ber war ich schon ein bisschen perplex.
„Ja, tu nicht so verwundert. Es hat nicht mehr viel gefehlt und wir h?tten die Bullen bei dir vorbei geschickt, um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung ist.“
„Nichts in Ordnung“
„Verdammte Scheisse, Taumel, sie ist tot! TOT, T-O-T! Begreif es und komm dar?ber hinweg, so wie wir alle es versuchen.“
Ich hatte keine Lust mehr mit ihm zu streiten. Er klang w?tend und entt?uscht und ich verstand ihn sogar ein bisschen, aber ich war viel zu m?de mit ihm weiter dar?ber zu diskutieren.
“Kraut, wir m?ssen uns treffen, Ich muss mit dir reden.“
Es entstand eine kurze Pause am anderen Ende der Leitung, offenbar hatte er nicht mit so einer Antwort auf sein Geschrei gerechnet.
„Okay, kein Problem.“, meinte er schliesslich, „Wann und wo?“
„Heute Abend, um Acht, komm in die Tallulah-Bar und bring bitte niemanden mit. Ich will mit dir allein reden.“
„Wie du willst.“, meinte er.
„Dann bis dann.“
„Ja bis dann.“
„Ach ja und noch etwas.“
„Ja?“
„Es tut mir leid, dass ich mich so abgeschottet habe, aber ich brauchte meine Ruhe, bitte versteh das.“
„Na klar. Dieses eine Mal noch. Aber tu’s nie wieder“, sagte er und ich h?rte die alte, von Kraut gewohnte, Scherzhaftigkeit aus seiner Stimme heraus.
Ich h?ngte auf. Seufzend erhob ich mich. Das war alles zuviel und ich war zu m?de. Ich ging in mein Zimmer, stellte den Wecker auf 18:00 Uhr und legte mich noch einmal schlafen. Das letzte, was ich dachte, bevor der schlaf mich ?bermannte, war, dass ich ein verdammter Vollidiot war. Ich hatte ihre Beerdigung verpasst. Dann schlief ich ein.

Um exakt 18:00 Uhr penetrierte das ?usserst nervige Piepsen meines Wecker meine Ohren und setzte sich schmerzhaft an meinen Trommelfellen fest. Genervt drehte ich mich um und schlug regelrecht auf den Ausschaltknopf, was die nervigen T?ne, die aus dem kleinen Lautsprecher, wie aus einem Maschinengewehr, abgefeuert wurden, verstummen liess. Benommen vom Schlaf setzte ich mich auf und kratzte mich am Kopf. Ich wusste, was mir bevorstand. Das Gespr?ch mit Kraut w?rde bestimmt nicht einfach werden. Vielleicht werde ich mir noch mehr Verw?rfe anh?ren m?ssen und ich musste mir ganz genau ?berlegen, was ich zu sagen hatte. Ich stand auf und ging duschen. Das erste Mal seit einer Woche. Es tat gut.
Als ich frisch geduscht und ganz sauber wieder in meinem Zimmer stand, erblickte ich das Grip, das mit Gras gef?llt, auf meinem Schreibtisch lag. Einen Moment ?berlegte ich mir, ob ich noch einen durchziehen sollte, bevor ich mich mit Kraut traf, entschied dann aber, dass es besser sei, einen klaren Kopf zu behalten. Meine Kopfschmerzen waren verschwunden und ich f?hlte mich erheblich besser, als am Morgen.
In der K?che schob ich eine Tiefk?hlpizza in den Ofen und liess sie mir eine Viertelstunde sp?ter schmecken. Dann machte ich mich mit meinem Fahrrad auf in die Tallulah-Bar. Es war das erste Mal seit einer Woche, dass ich wieder den warmen, noch sonnigen Abend bewusst und vor allem draussen an der frischen Luft, erblickte. Gierig sog ich die Abendluft ein, mit allen D?ften des Sommers und musste wieder an Anja denken. Meine Tritte in die Pedale verst?rkten sich und ich bog in die Strasse ein, in der die Tallulah-Bar lag.


ich h?tte gerne noch mehr geschrieben... so viele ideen, die in meinem kopf umhergehen, aber die verdammten hausaufgaben rufen... naja... jetzt erstma was essen...

wech...
19.1.06 18:02
 


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